Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Die Zukunft des Verbrennungsmotors - Fakten von führenden Ingenieuren

Einklappen

Billboard

Einklappen

AdTags for bol_rotation_160x600 (6695942)

Einklappen

Automanuals.de

Einklappen
X
Einklappen
  •  

  • Die Zukunft des Verbrennungsmotors - Fakten von führenden Ingenieuren

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 927px-Auto_Giftgas_Feinstaub_Abgase_SMOG_Totenkopf_Verkehrswende_Fahrverbot_autofrei.png
Ansichten: 102
Größe: 86,1 KB
ID: 32807




    Seit dem Fahrverbotsurteil des Bundesverwaltungsgerichtes in der vergangenen Woche geht ein Aufschrei durch die Republik. Von „Quasi-Enteignungen“ der Dieselfahrer ist die Rede, neue Umweltplaketten sind im Gespräch und die öffentliche Debatte wird immer emotionaler. Vor allem gehen Fakten und Halbwissen durcheinander. Nun melden sich 25 führende Ingenieurwissenschaftler aus der Verbrennungsmotorenbranche zu Wort, um Fakten in eine aus dem Ruder gelaufene Diskussion zu bringen.

    Es müsse hart gearbeitet werden, um den Schadstoffausstoß zu verringern und die Luft zu verbessern, sagte am Dienstag der designierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheurer gegenüber der Passauer Neuen Presse. „Es geht darum, die Debatte zu versachlichen“. Jetzt wolle er Kommunen und Autobauer an einen Tisch holen, um Lösungen zu diskutieren, so der CSU-Politiker. Genau darauf warten leitende Ingenieure bereits seit Beginn der gesamten Debatte – vergebens. Quer durch die Republik, Österreich und die Schweiz mehrt sich der Widerstand der Fachleute. Aus diesem Grund haben sie sich bereits im vergangenen Jahr 25 führende Professoren zusammengeschlossen. In der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Kraftfahrzeug- und Motorentechnik e.V. (WKM) haben sie ein Positionspapier erarbeitet, das lang vermisste gesicherte Fakten in eine aus dem Ruder gelaufene Diskussion bringen soll.

    Die WKM verfolgt diese Entwicklung schon seit längerem mit großer Sorge. Anstelle nüchterner, Fakten basierter Information überwiege eine voreingenommene und sehr emotionale Berichterstattung, teilte jetzt die Gesellschaft auf dem Internationalen Motorenkongress in Baden-Baden mit. Politik, Verbände und Presse diskutierten und gestalteten öffentliche Meinung, ohne gesichertes Fachwissen. Klingt bekannt?

    Folgt man den Diskussionsrunden und Medienberichten in diesen Tagen, gehen tatsächlich gefühlt alle Begrifflichkeiten wild durcheinander. Emissionen, Immissionen, Kohlendioxid, CO2, Stickoxide, Feinstaub, Euro-Normen, Grenzwerte, Dieselgate, und scheinbar unzählige Studien werden allabendlich in TV-Sendungen den Zuschauern und damit der gesamten Öffentlichkeit entgegen gerufen. Sind wir gut informiert? Oder fühlen wir uns nur so? Oder sind wir es am Ende doch nicht?

    Das Positionspapier der WKM formuliert drei Kernthesen. Es listet infolge zehn weiterführende Erläuterungen auf. Die Akademiker belegen ihre Aussagen durchgehend transparent mit Studien und veröffentlichten Forschungsergebnissen. Alles soll, ganz im wissenschaftlichen Sinne, nachprüfbar sein. Sie untermauern das Papier, indem sie es allesamt namentlich unterzeichnet haben. Betrachtet man die Unterzeichnerliste, findet man ein Who-is-Who europäischer Ingenieurwissenschaftler wie Lutz Eckstein, Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen, Bernhard Gehringer vom Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien und Konstantinos Boulouchos vom Laboratorium für Aerothermochemie und Verbrennungssysteme der ETH Zürich.

    Christian Beidl, Leiter des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Fahrzeugantriebe der TU Darmstadt, präsentierte das Positionspapier stellvertretend für alle Mitglieder der WKM auf dem Internationalen Motorenkongress in Baden-Baden.



    Christian Beidl, Leiter des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Fahrzeugantriebe der TU Darmstadt, präsentierte das Positionspapier stellvertretend für alle Mitglieder der WKM auf dem Internationalen Motorenkongress in Baden-Baden.

    Foto: VDI Wissensforum / ATZ live




    Die wichtigsten Aussagen

    Die WKM verurteilt jedwede Form technischer Manipulationen. Daher befürwortet sie nachdrücklich die Emissionswertmessung von Fahrzeugen im Normalbetrieb jenseits von Laborsituationen. Diese sogenannte „Real-Driving-Emissions-Gesetzgebung“ (kurz: RDE) ist bereits seit vergangenem Jahr in Europa gültig. Genau gemeint ist hier die EURO 6d TEMP für Neuzertifizierungen. Ab Herbst 2019 müssen alle neu zugelassenen Diesel-Pkw diese Abgasnorm erfüllen.

    Das ist Euro 6d TEMP

    Bereits in den 70er Jahren wurden erstmals Grenzwerte für die Emissionen von Autos festgelegt. Zunächst umfassten diese nur Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe. Erst Ende der 80er Jahre wurden erstmals auch Grenzwerte für Partikel aus Dieselmotoren eingeführt. Erst Anfang der 90er Jahre wurde die Bezeichnung „Euro-Norm“ eingeführt. Mit jeder neuen Stufe von schärferen Grenzwerten wurde die Kennzahl erhöht. (Euro-1,2,3,4,5 und 6).



    Warum gibt es verschiedene Euro 6 Normen statt einer Euro 6 und einer Euro 7 Norm?

    Die Euro-6-Norm beinhaltet Grenzwerte für Kohlenwasserstoffe (HC), Stickoxide (NOx), Kohlenstoffmonoxid (CO), Nichtmethankohlenwasserstoffe (NMHC), Feinstaub und Partikel.

    Bis zu diesem Zeitpunkt wurden alle Ergebnisse unter Laborbedingungen erhoben (sogenannter NEFZ-Zyklus/Neuer Europäischer Fahrzyklus), was den Autobauern viel Spielraum ließ. Neu hinzu kam ab 2017, dass die Abgaswerte fortan im Realbetrieb erhoben werden müssen, um die Einhaltung der Normen im normalen Straßenverkehr zu gewährleisten. Man spricht in diesem Zusammenhang jetzt von der Real-Driving-Emission-Gesetzgebung (RDE).

    Es handelt sich also in erster Linie lediglich um eine neue Art der Abgasmessung. Gleichzeitig haben sich aber die bislang geltenden Grenzwerte nicht verändert. Lediglich das Messverfahren ist neu. Daher spricht man seit September 2017 von den Normen Euro 6c und Euro 6d Temp. Da sich die eigentlichen Grenzwerte kein bisschen verändert haben, hat man auch keine neue Euro 7 Norm eingeführt. Das wäre erst der Fall, wenn sich nach dem veränderten Messverfahren auch die Grenzwerte erneut verändern sollten.

    Jetzt wird es kompliziert: Seit September 2017 gilt die Euro 6c für alle neuen Pkw-Typen. Ab September 2018 für alle Neuzulassungen. Ab September 2019 schließlich soll die Euro 6d Temp für alle Neuzulassungen in Kraft treten.




    Daher weist die WKM zahlreiche öffentliche Behauptungen und Berichterstattungen strikt zurück: „Der Dieselmotor ist nicht Verursacher der Feinstaubthematik, er trägt nur zu wenigen Prozent bei rückläufiger Tendenz dazu bei. Der Beitrag von Ottomotoren ist ebenfalls sehr gering und wird mit Einführung der RDE-Gesetzgebung und einem Partikelfilter nochmals geringer“. Zudem sei die Behebung der Stickoxidproblematik jahrzehntelang Gegenstand der Entwicklung besserer Dieselmotoren gewesen. „Als Ergebnis dieser Arbeiten kann das NOx-Emissionsproblem als technisch gelöst betrachtet werden“, heißt es.

    Mit großer Sorge betrachten die Wissenschaftler daher ein mögliches Verbot des Verbrennungsmotors ab dem Jahr 2030. Es habe sogar „nachteilige Auswirkungen auf die Bekämpfung des Klimawandels“. Mehr noch – sie prognostizieren „eine sehr lange andauernde Notwendigkeit verbrennungsmotorischer Antriebe, insbesondere des Dieselmotors“, denn diese seien ein Garant für Mobilität, des Güterverkehrs und mobiler Arbeitsmaschinen.


    CO2-Emissionen werden mit E-Technik nicht verschwinden

    Auch wenn die Mobilität der kommenden Jahrzehnte eine elektrische sein könnte, ist das für die WKM keinesfalls ein Garant für eine nachhaltige Entlastung der Umwelt. Und sie ist auch kein Garant dafür, volkswirtschaftlich sinnvoll zu sein. Selbst optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass bis zur vollständigen Umstellung auf Elektroautos die Hybridfahrzeuge vielleicht noch jahrzehntelang auf unseren Straßen fahren werden. Und hierin kommt neben der Elektrifizierung auch weiterhin der Verbrennungsmotor zum Einsatz. Es wäre also ein Fehler, den Verbrennungsmotor vorzeitig abzuschreiben oder gar zu verbieten.

    Hinzu kommen die bereits bekannten Probleme, dass E-Technik beispielsweise nur dann vollständig umweltfreundlich sein kann, wenn der Strom auch tatsächlich aus rein regenerativen Energiequellen stammt. Mangelnde Speichermöglichkeiten und fehlende Infrastruktur sind weitere Probleme, die der E-Technik vor allem volkswirtschaftlich einen schweren Start bescheren.

    Alternative Vorschläge zur CO2-Reduktion

    Die Wissenschaftler schlagen daher neue Wege zur effektiven CO₂-Bekämpfung vor, die bislang außer Acht gelassen wurden. Sie setzen auf sogenannte synthetische und biogene Kraftstoffe. Das können beispielsweise Wasserstoff oder Methanole sein, die nahezu völlig CO₂ neutral in Motoren verbrennen. Die WKM plädiert schließlich für einen Wettbewerb der Antriebskonzepte, mit dem Ziel, die Emissionen auf „pragmatisch Null“ zu senken.

    „Nach allen Vorhersagen werden im Jahr 2030 mehr Verbrennungsmotoren weltweit gebaut werden als heute“, so die Aussage. Daher sei intensive Forschung und Weiterentwicklung dringend geboten. Wiederholt bestätigte Herbert Diess, Markenchef von Volkswagen, dass dem so sei. Der designierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheurer sieht das offensichtlich genauso. Er fordert, dass hart gearbeitet werden müsse, um den Schadstoffausstoß zu verringern und die Luft zu verbessern. Die Wissenschaftler haben mit ihrem Positionspapier einen transparenten Vorstoß zur geforderten Versachlichung der Debatte beigetragen.

    Und sie hoffen jetzt, damit Gehör zu finden. Der Verkehrsexperte Carsten Müller, MdB (CDU) betonte jetzt auf dem Internationalen Motorenkongress in Baden-Baden, die neue Bundesregierung werde sich dieses Themas annehmen. Er freue sich über die Offenheit der Wissenschaftler und begrüße eine engere Zusammenarbeit. Auch der CSU-Politiker Scheurer spricht davon, nun Kommunen und Autobauer an einen Tisch zu holen, um Lösungen zu diskutieren. Bislang hatte die 25 europäischen Spitzenwissenschaftler der WKM niemand an einen Tisch gebeten. Auch eine offizielle Einladung von Scheuer steht bislang aus.

    Bereits im vergangenen Jahr haben sich 25 führende Professoren in der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Kraftfahrzeug- und Motorentechnik e.V. (WKM) zusammengeschlossen. Die Forscher haben ein Positionspapier erarbeitet, das gesicherte Fakten in eine aus dem Ruder gelaufene Diskussion bringen soll. Auf dem Internationalen Motoren Kongress des VDI Wissensforums / ATZ live stellten sie es in Baden-Baden vor.




    Das Positionspapier hier ansehen:
    WKM-Papier_Die_Zukunft_des_Verbrennungsmotors.pdf

    Angehängte Dateien

      Einen Kommentar schreiben

      Bitte gib die sechs Buchstaben oder Zahlen ein, welche in der Grafik unterhalb zu sehen sind.

      Sicherheitsgrfik bei der Registrierung Grafik neu laden

    Neue Artikel

    Einklappen

    • Das Ende von Plug-in-Hybriden in Europa?
      von Redaktion
      Neue EU-Vorschriften könnten dazu beitragen, Plug-in-Hybridfahrzeuge früher aus dem Verkehr zu ziehen, als einige Autohersteller spekuliert hatten. Entwürfe für das Inkrafttreten der „Green Finance“ -Vorschriften in diesem Jahr würden es den Herstellern verbieten, PHEVs nach 2025 als „nachhaltige Investitionen“ zu kennzeichnen.

      Entwürfe von Reuters definieren einen Rahmen, der von CO2-Einsparungen abhängt, wenn eine Investition als nachhaltig erachtet wird. Ziel ist es,...
      19.04.2021, 18:39
    • BMW plant bis 2030 Einsatz der Festkörperbatterie
      von Redaktion
      BMW hat angekündigt, bis Ende dieses Jahrzehnts eine Festkörperbatterie für den Automobileinsatz in der Serienproduktion zu realisieren. Ein erstes Demonstrationsfahrzeug mit dieser Technologie soll „lange vor 2025“ gezeigt werden. Die Finanzierung erfolgt durch Bund und Länder.

      BMW, der bereits Mittel für die erste Batterie IPCEI erhalten hat , will im Rahmen der zweiten IPCEI die Li-Ion-Zellen der „ vorletzten Generation“ einschließlich Festkörperbatterien entwickeln....
      19.04.2021, 18:38
    • Schaeffler unterzeichnet Brennstoffzellenkooperation mit Refire
      von Redaktion
      Auf der Auto Shanghai unterzeichnete Schaeffler eine strategische Kooperationsvereinbarung mit Refire, einem chinesischen Anbieter von Brennstoffzellentechnologie. Das Duo möchte die Entwicklung von FC-Komponenten wie Bipolarplatten oder Wärmemanagementsystemen vorantreiben.

      Der Hintergrund der neuen Partnerschaft bleibt ansonsten vage. Schaeffler belässt es bei allgemeinen Aussagen: Beide Unternehmen wollen durch ihre Zusammenarbeit „die Industrialisierung von Brennstoffzellen...
      19.04.2021, 18:30
    • IMMORTAL Forschungsprojekt zum Aufbau der Lebensdauer von Brennstoffzellen
      von Redaktion
      Die Entwicklung leistungsfähigerer Brennstoffzellenkomponenten für schwere Lastkraftwagen mit einer Lebensdauer von mindestens 30.000 Stunden ist das Ziel eines neuen Projektkonsortiums namens IMMORTAL (Verbesserte Lebensdauerstapel für schwere Lastkraftwagen durch ultraleichte Komponenten).

      Das dreijährige Projekt hat ein Budget von 3,8 Millionen Euro und wird vom gemeinsamen Unternehmen für Brennstoffzellen und Wasserstoff (FCH 2 JU) unterstützt. Zu den Teilnehmern zählen Bosch,...
      19.04.2021, 18:30
    • Geely zeigt neue BEV & PHEV-Modelle für China
      von Redaktion
      Geely präsentierte auf der Shanghai Auto Show ein neues SUV-Modell, das auf der CMA-Plattform basiert. Der Xingyue L wird später auch eine elektrifizierte Version erhalten. Es gibt auch eine neue BEV-Version der 'Geometry A' und einen Plug-In-Hybrid von Lynk & Co.

      Das neue CMA-Modell ist einzigartig, da der Xingyue L im Gegensatz zu vielen anderen Fahrzeugen der Gruppe unter der Marke Geely Auto auf den Markt gebracht werden soll. Der Hersteller gibt jedoch noch keine weiteren...
      19.04.2021, 18:28
    • Honda präsentiert e-SUV für China
      von Redaktion
      Honda plant innerhalb der nächsten fünf Jahre zehn vollelektrische Modelle für den chinesischen Markt, wie das Unternehmen auf der Auto Shanghai bekannt gab. Honda zeigt nun eine Vorschau des ersten BEV-Modells, das im Frühjahr 2022 in China in den Handel kommen soll, mit dem „Honda SUV e: Prototyp“.

      Dies ist die seriennahe Version des Fahrzeugs. Das japanische Unternehmen hatte bereits im September 2020 eine Konzeptstudie unter dem Namen „e: concept“ gezeigt. Während das...
      19.04.2021, 18:28

    Neue Themen

    Einklappen

    Stichworte

    Einklappen

    audi (175) batterie (329) bev (723) bmw (163) brennstoffzelle (132) china (346) daimler (101) deutschland (157) elektroauto (146) elektrobus (89) europa (170) fcev (103) frankreich (101) hpc (107) hyundai (101) konzept (86) ladestationen (222) lieferanten (170) model 3 (106) phev (186) renault (86) startup (91) tesla (243) usa (322) volkswagen (234)
    Lädt...
    X