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Review: Der Porsche Taycan Turbo

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  • Review: Der Porsche Taycan Turbo

    Porsche Taycan Turbo

    Weiß wie der Schnee – Der Porsche Taycan Turbo vom Porsche Zentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen




    Durch das Porsche Zentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen kamen wir in den exklusiven Genuss einer ausführlichen Probefahrt mit dem Porsche Taycan Turbo sowie in einen sehr interessanten technischen Austausch mit dem Verkaufsberater Hr. Fischer und dem lokalen Technologie-Experten Hr. Bauer.

    Das Porsche Zentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen ist nicht nur für Besitzer von Porsche Fahrzeugen aufgrund dem von Porsche bekannten Kunden- und Werkstattservice einen Besuch wert. Sicher allen Autofans, egal ob modern oder klassisch, wird beim Betreten der zwei Showrooms warm ums Herz. Wer auf der Suche nach einem Gebrauchten ist, wird im Gebrauchtwagenbereich einige Schätze entdecken und in der Driver’s Selection Zone gibt es alles was das Porsche Herz bewegt – von Fahrzeugzubehör bis hin zu aktuellen Kollektionen der Marke Porsche.

    Das Imposante und im Porsche typischen Architekturdesign gestaltete Gebäude an der Ecke Marienberger Straße / Erlanger Straße wurde im April 2014 eröffnet und bietet auf einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern Platz für die Ausstellung von ca. 40 Neuwagen und 125 Gebrauchtwagen. Mit enthalten ist ein großer Werkstatt- und Servicebereich inkl. Teile- und Zubehörverkauf.



    Das Porsche Zentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen

    Das Porsche Zentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen




    Übersicht
    Vor fast genau fünf Jahren stellte Porsche auf der IAA Frankfurt die Zukunft von Porsche in Form des Mission-e vor. Die Zuffenhausener stellten schon damals klar, dass daraus ein Serienfahrzeug entstehen soll. So hat man 2019 dann den Taycan vorgestellt. Ein batterieelektrischer, viertüriger Sportwagen der Superlative, der die Elektromobilität auf eine neue Ebene bringen soll. Denn mit diesem Sportwagen will der Sportwagenhersteller zeigen, dass ein Porsche nicht unbedingt einen Verbrennungsmotor braucht, um ein Porsche zu sein.

    Das Design wirkt wie aus einem Guss. Der nur 1,37 m hohe und knapp 4,97 m lange Taycan präsentiert sich futuristisch und elegant zugleich. Ein besonderes optisches Merkmal an der Front sind die vier Punkt-Matrix-LED Scheinwerfer. Das breite Heck birgt die durchgehende LED-Leiste. Der edle Innenraum kann mit bis zu fünf Bildschirmen ausgestattet werden und bietet Connectivity auf höchstem Niveau.
    Die Verarbeitung im neuen Porsche ist, wie man es von Porsche gewohnt ist, tadellos.

    Die neuen Sportsitze zeigen beim Test einen sportlichen Charakter, ohne dabei auch auf Langstrecken unbequem zu werden (im Gegenteil).

    Durch den Elektroantrieb bleibt dem Taycan Heckplatz für einen richtigen Kofferraum mit einem Volumen von 366 Liter. Auch vorne im Frunk findet sich ein Stauraum von 81 Litern.

    Porsche Taycan Frunk

    Porsche Taycan Trunk

    Porsche Taycan Frunk und Trunk





    Die Einstiegsvariante des Taycan ist der Taycan 4S. Daneben gibt es den Turbo und den Turbo S.

    Der Turbo und der Turbo S liefern eine Dauerleistung von 626 PS. Die beiden Motorisierungen unterscheiden sich in ihrem Overboost. Dabei schafft der Turbo 680 PS und erreicht in 3,2 Sekunden die 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt dabei bei 260 km/h.

    Der Brutto 93,4 kWh große Akku ist eine Besonderheit im Taycan, da er mit einer Systemspannung von 800 V läuft, was bisher in noch keinem Serienfahrzeug der Fall war. Für Elektroautos sind 400 V der Normalzustand. Mit diesem großen Akku schafft der Turbo eine Reichweite von real 450 km - es sind bei entsprechender Fahrweise auch Reichweiten von bis zu 600 km bekannt. Der Verbrauch liegt dabei nach NEFZ bei 26 kWh pro 100 km.
    Der Name „Taycan“ kommt übrigens aus dem türkischen und heißt sinngemäß so viel wie „Seele eines lebhaften Fohlens“ (tay = Fohlen; can = Seele).



    Zahlen, Daten, Fakten
    Modell 4S Turbo Turbo S
    Bauzeitraum seit 12/2019
    Batterie Performancebatterie Performancebatterie Plus
    Batteriekapazität 71 kWh (netto), 79,2 kWh (brutto) 83,7 kWh (netto), 93,4 kWh (brutto)
    Motorart Front und Heck: Permanenterregte Synchronmaschine
    Antriebsart Allradantrieb
    Reichweite (nach WLTP) 333–407 km 386–463 km 381–450 km 388–412 km
    Langstreckenreichweite (1) 320 km 365 km 370 km 370 km
    Reichweite (nach EPA) 322 km[13] 309 km[14]
    Motorleistung kW (PS)
    bei Launch Control
    390 (530) 420 (571) 500 (680) 560 (761)
    Dauerleistung kW (PS) 320 (435) 360 (490) 460 (626)
    Max. Drehmoment
    bei Launch Control
    640 Nm 650 Nm 850 Nm 1.050 Nm
    cW 0,22 0,25
    Verbrauch NEFZ 24,6 kWh/100 km 25,6 kWh/100 km 26,0 kWh/100 km 26,9 kWh/100 km
    Verbrauch EPA 30,6 kWh/100 km (49,0 kWh/100 mi)[13] 31,3 kWh/100 km (50 kWh/100 mi)[14]
    Beschleunigung 0–100 km/h 4,0 s 3,2 s 2,8 s
    Beschleunigung 0–200 km/h 13,3 s 12,9 s 10,6 s 9,6 s [15]
    Max. Geschwindigkeit 250 km/h 260 km/h
    Leergewicht nach EG 2215 kg 2295 kg 2380 kg 2370 kg
    Maße L × B × H: 4963 × 1966 × 1379 mm 4963 × 1966 × 1381 mm 4963 × 1966 × 1378 mm
    Wendekreis 11,7 m Vorderradlenkung (Serie)
    11,2 m Allradlenkung (Option)
    11,2 m Allradlenkung (Serie)
    (1)Orientierungswert, ermittelt nach WLTP-Testzyklus (Sonderausstattungen werden für Gewicht, Aerodynamik und Bordnetzbedarf (Ruhestrom) berücksichtigt, keine arbeitende Klimaanlage.)[16]

    Im Test
    Endlich war es soweit und wir kamen in den Genuss einer Testfahrt mit dem Porsche Taycan Turbo. Der Turbo hat die gleiche Grundleistung wie der Turbo S, nämlich 626 PS. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Modellen ist, dass der Turbo S im Overboost 761 PS und der Turbo 680 PS leistet. Der Overboost kommt jedoch nur zum Tragen, wenn man es beim Losfahren besonders eilig hat und die Launch-Control Funktion nutzt. Das gleiche gilt auch für das Drehmoment. Hier bringt der Turbo 850 Nm im Overboost und der Turbo S 1050 Nm auf die Straße.

    Das heißt im Klartext, wenn man jemand ist, der nicht ständig Launch-Control nutzt, hat man quasi das gleiche Auto. Setzt man einen Laien in den Turbo und danach in den Turbo S während eines Launch-Control Starts, so wird dieser höchstwahrscheinlich keinen Unterschied feststellen, da er schon von der Leistung des Taycan Turbo mit den Emotionen völlig überwältigt sein wird.

    In konkreten Zahlen heißt das, dass der Turbo S mit 2,8 Sekunden von 0-100 km/h genau 0,4 Sekunden schneller als der Turbo ist (wobei selbst die 3,2 Sekunden des Turbos noch schlicht und ergreifend atemberaubend sind).
    An dieser Stelle sei auch darauf verwiesen, dass ein Vorserienmodell des Taycans auf der Nordschleife den Rekord für die beste Rundenzeit (7:42 Minuten) in der Klasse viersitzige reinelektrische Sportwägen hält.

    Der Taycan Turbo erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 260 km/h. Hier merkt man, dass der Taycan auf Robustheit ausgelegt ist, da man die Sperre bei Erreichen der max. Geschwindigkeit leicht spürt bzw. merkt, dass da technisch noch mehr gehen würde.



    Die Fahrmodis
    Der Taycan bietet vier verschiedene Fahrmodi und noch einen Modi, in dem die diversen Fahreigenschaften wie Fahrwerkhöhe, Dämpfung etc. des Autos individuell konfiguriert werden können. Je nach Fahrmodus variiert die Reichweite des Taycans.

    Fährt man den Taycan im Range Modus, wird die Höchstgeschwindigkeit limitiert, um die Reichweite entsprechend zu erhöhen. Auch Einstellungen wie das an- oder ausschalten der Klimaanlage wirkt sich direkt auf die Reichweite aus. Wir fanden, dass die Reichweitenanzeige erstaunlich genaue Werte ausgegeben hat.

    Der Taycan denkt auch beim Navigieren mit. So passt der Sportwagen im Range Modus die max. Geschwindigkeit so an, dass man mit einer Akkuladung möglichst weit kommt bzw. das Ziel direkt erreicht. Das heißt also, wenn der Taycan merkt, dass man mit beispielsweise 10 km/h weniger das Ziel (oder die nächste Ladesäule) erreichen würde, dann würde er die max. Geschwindigkeit auch von 140 km/h auf 130 km/h reduzieren.
    Im Folgenden gehen wir etwas detaillierter auf die verschiedenen Fahrmodi ein. Man beachte in den Bildern die jeweilige Reichweite (Akku war zum Zeitpunkt vollgeladen), welche sich immer an den gerade gewählten Fahrmodus anpasst.

    Alle am Antriebsstrang verfügbaren Systeme werden über den Porsche Powertrain Controller gesteuert. Der Allradantrieb und die Antriebsschlupfregelung arbeiten fünfmal schneller als herkömmliche Systeme. Hat zum Beispiel ein Rad mehr Schlupf, regeln die Elektromotoren direkt nach.



    Der RANGE Modus
    Besonders effizient arbeitet der Taycan im Range-Modus. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 bis 140 km/h begrenzt (einstellbar), kann aber jederzeit durch Betätigen des Gaspedals übersteuert werden. Fahren in diesem Modus bedeutet Fahren mit möglichst effizienter Allradverteilung. Im Extremfall fährt der Taycan sogar ausschließlich auf der Vorderachse. Kühlluftklappen, Fahrwerkshöhe (-20 Millimeter) und Heckspoiler sind auf minimalen Luftwiderstand eingestellt. Klimaanlage, Hydraulikpumpen, Luftfederung und Scheinwerfer arbeiten ebenfalls in der effizientesten Konfiguration.

    Porsche Taycan Range Modus

    Porsche Taycan Range Modus




    Der NORMAL Modus
    Im NORMALEN Modus gibt der Taycan seine Leistung linear ab. Alle vier Räder werden im Effizienzmodus angetrieben. Die Kühlluftklappen werden nur bei Bedarf geöffnet, der Heckspoiler wird geschwindigkeitsabhängig angepasst und das Fahrwerk bei Bedarf abgesenkt. Klimaautomatik und adaptiver Tempomat arbeiten ohne Einschränkung, die Luftfederung bietet vollen Komfort. Eine typische Konfiguration zwischen „Energiesparen“ und „Leistung“.

    Porsche Taycan Normaler Modus

    Porsche Taycan Normaler Modus




    Der SPORT & SPORT PLUS Modus
    Die höchste Leistung des Antriebsstrangs ist in den Modi Sport und Sport Plus verfügbar. Fahrerwünsche werden hier direkt und dynamisch umgesetzt. Der Allradantrieb wechselt auf heckbetonte Verteilung und wird dynamisch geregelt. Die Kühl- und Heizstrategie der Batterie ist auf Leistung ausgelegt. Die Kühlluftklappen werden je nach benötigter Kühlleistung gesteuert, die Heckspoilersteuerung ist geschwindigkeitsabhängig. Die Klimaautomatik regelt ohne Einschränkung, der adaptive Tempomat ist dynamischer und beschleunigt spürbar schneller. Auch die Funktionalität des Abbiegelichts ist dynamischer. Die Luftfederung senkt den Taycan geschwindigkeitsabhängig um bis zu 22 Millimeter ab und das Fahrwerk sowie die Hinterachslenkung sind sportlich abgestimmt.

    Porsche Taycan Sport Modus

    Porsche Taycan Sport Modus

    Porsche Taycan Sport Plus Modus

    Porsche Taycan Sport Plus Modus




    Das Soundmodul
    Bezüglich des Motorgeräusches bietet der Taycan keinen Klang eines Sechszylinder-Boxers von Porsche. Das ist aber nicht schlimm, denn das für den Taycan Turbo gegen Aufpreis erhältliche Soundmodul (Porsche Electric Sport Sound) gibt dem Taycan eine ganz eigene DNA, wie man es von einem futuristischen Sportwagen erwarten würde. Ja, Freunde des Verbrenners werden dem erstmal skeptisch gegenüberstehen. Aber zu den Fakten: das Soundmodul macht seinen Job! Den Klang des Soundmoduls zu beschreiben ist schwierig, denn es ist erstmal ungewohnt und neu in Zeiten der Elektromobilität. In unserem Test fanden wir das Soundmodul jedoch so stimmig, dass wir es nur zum Testen der „normalen“ und dezent klingenden Akustik kurzzeitig ausgeschaltet haben.

    Übrigens: Porsche hat bereits bei der Entwicklung des 919 Hybrid erste Erfahrungen mit dem Sound von Elektrofahrzeugen sammeln können. So hat sich gezeigt, dass die Porsche Werksfahrer nur dann an die physikalischen Grenzen im Rennsimulator gehen konnten, wenn sie dazu einen möglichst realen Sound des Antriebs passend zum Fahrzustand zu hören bekamen. Dem wird das im Taycan installierte Soundmodul definitiv gerecht.
    Natürlich bekommt man auch ohne das Soundmodul die entsprechende akustische Rückmeldung vom Fahrzeug, dennoch würden wir das Soundmodul nicht missen wollen.


    Das Exterieur
    Die sportlichen Proportionen des Viertürers werden durch die kurzen Übergänge an der Vorder- und Hinterseite betont. Ein besonders schlanker und muskulöser Eindruck wird durch die eher schmal wirkende Kabine, welche auf einem breiteren Wagenkörper sitzt, vermittelt. Die Flyline sorgt, wie man es von Porsche gewohnt ist, bereits im Stand für eine besonders sportliche Optik. Besonders gefallen uns auch die starken Einzüge und Kanten sowie die Luftausströmer hinter den Vorderrädern an der Karosserie des Taycans.

    Die flachen Türgriffe schließen bündig mit den Türen ab und fahren bei Bedarf elektrisch aus. Ihre Optik unterstreicht den klaren und modernen Gesamteindruck des Fahrzeugs. Gleiches gilt für die Räder, die in Bezug auf Aerodynamik und Gewicht optimiert wurden. Zu den Highlights des umfangreichen Räderprogramms gehört ein 21-Zoll-Schmiederad im Fünfspeichen-Design mit Bicolor-Optik in Brillantsilber/Schwarz (hochglänzend), das auf dem Raddesign der Mission E-Studie basiert. Auch Räder mit Carbon-Aeroblades sind in der „Porsche Exclusive Manufaktur“ erhältlich.

    Die schlanke Kabine (Greenhouse), die eingezogene C-Säule und die ausgeprägten Schultern der Kotflügel betonen das markentypisch breite Heck. Ein schmales und von innen beleuchtetes Band zieht sich über die gesamte Breite des Fahrzeugs. In diesem Band befindet sich der Porsche Schriftzug aus dreidimensional gestalteten Glasbuchstaben. Neben dem Glaseffekt-Design hat uns besonders gefallen, dass der gesamte Schriftzug ist in ein dreidimensionales schwarzes Leiterbahnen-Design eingebettet ist.

    Porsche Taycan Exterieur

    Porsche Taycan Exterieur




    Das Interieur
    Das Cockpit signalisiert mit seiner klaren Struktur und einer völlig neuen Architektur den Beginn einer neuen Ära bei Porsche. Das freistehende, gebogene Kombiinstrument bildet den höchsten Punkt auf dem Armaturenbrett. Dadurch wird ein klarer Fokus auf die Fahrerachse gelegt. Ein zentrales 10,9-Zoll-Infotainment-Display und ein optionales Display auf Seite des Beifahrers bilden zusammen ein integriertes Display im Black-Panel-Look. Alle Benutzeroberflächen wurden für den Taycan komplett neugestaltet. Die Anzahl der klassischen Hardwaresteuerungen wie Schalter und Tasten wurde stark reduziert – was sicher Geschmackssache ist. Zudem ist die Steuerung intelligent und intuitiv geworden, so lassen sich alle notwendigen Funktionen über die Touch-Bedienung oder die Sprachsteuerungsfunktion, die auf den Befehl „Hey Porsche“ reagiert, steuern.

    Mit dem Taycan bietet Porsche erstmals ein komplett lederfreies Interieur. Innenräume aus innovativen recycelten Materialien unterstreichen das nachhaltige ausgelegte Konzept des elektrischen Sportwagens. Es stehen zwei Gepäckfächer zur Verfügung: Das vordere Fach (Frunk) fasst 81 Liter und das hintere (Trunk) 366 Liter.

    Porsche Taycan Interieur

    Porsche Taycan Interieur




    Der Antrieb
    Der Taycan wird vorne und hinten jeweils von einer elektrischen Maschine angetrieben, wodurch er einen Allradantrieb hat. Durch die permanent erregten Synchronmaschinen profitieren dabei Reichweite und Dauerleistung, da diese einen besonders hohen Leistungsgrad hat.

    Die Module haben die höchste Leistungsdichte (kW pro Liter Packraum) aller derzeit auf dem Markt befindlichen elektrischen Antriebe. Eine Besonderheit der Elektromotoren ist die "Haarnadel" -Wicklung der Statorspulen. Diese Technologie ermöglicht es, mehr Kupfer in den Stator einzubauen, wodurch die Leistung und das Drehmoment erhöht werden, während das gleiche Komponentenvolumen beibehalten wird.

    An der Vorderachse wird die Kraft des Elektromotors über ein koaxiales, kompaktes Eingang-Planetengetriebe mit einem Gesamtverhältnis von ca. 8: 1 und einem integrierten Stirnrad-Leichtbaudifferential übertragen.

    Das an der Hinterachse des Taycan verbaute Zwei-Gang-Getriebe ist eine von Porsche entwickelte Innovation. Der erste Gang beschleunigt den Taycan aus dem Stand heraus, während der ins Lange übersetzte zweite Gang auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten für hohe Effizienz und Leistungsreserven sorgt.

    Porsche Taycan Getriebe

    Das 2-Gang-Getriebe an der Hinterachse des Porsche Taycan (Quelle: Porsche.com)




    Das Zwei-Gang-Getriebe basiert auf drei Wellen. Dabei sorgen zwei Stirnradstufen für das Übersetzungsverhältnis des zweiten Gangs und ein schaltbarer Planetenradsatz, der eine Untersetzung für den ersten Gang ermöglicht. Etwa 15 Umdrehungen des Motors entsprechen einer Umdrehung des Rades. Dies führt zu einem sehr hohen Raddrehmoment von fast 12.000 Nm, was eine atemberaubende Beschleunigung aus dem Stand ermöglicht.
    Der erste Gang wird hauptsächlich in den Fahrmodi Sport oder Sport Plus verwendet. In diesen Modi ist auch die Launch Control verfügbar. Das Getriebe bleibt relativ lange im ersten Gang und schaltet dann mit einer Schaltüberhöhung in den zweiten Gang.

    Der zweite Gang hat wie das Getriebe an der Vorderachse ein Übersetzungsverhältnis von ca. 8: 1. Acht Umdrehungen des Elektromotors sind somit eine Umdrehung des Rades.


    Komfort, Fahrwerk und Fahrgefühl
    Der Taycan, welcher im Porsche Produktportfolie etwa eine halbe Stufe unter dem Panamera angesiedelt ist, setzt auf Komfort und Sportlichkeit zugleich. Wir haben uns in keiner einzigen Minute der knapp Vierstündigen Testfahrt angestrengt oder unbequem im Taycan gefühlt.

    Zum Grundaufbau des Fahrwerks noch ein paar Fakten: Vorne setzt Porsche eine Doppelquerlenkerachse mit geschmiedeten Aluminiumquerlenkern und leichten Aluminium-Hohlgusslagern ein. An der Hinterachse führt eine Mehrlenkerachse mit geschmiedeten oberen Aluminiumquerlenkern und hohlen gegossenen unteren Aluminiumquerlenkern die Radführung durch.

    Das Taycan-Fahrwerk nutzt ein zentral vernetztes Regelsystem. Die 4D-Fahrwerksregelung analysiert die aktuelle Fahrsituation in allen drei Dimensionen (Längs-, Quer- und Vertikalbeschleunigung) und errechnet daraus den Fahrzeugstatus. Diesen Status teilt es dann in Echtzeit mit allen Fahrwerkssystemen - die Fahrwerksregelung erhält damit eine sogenannte vierte Dimension. Als Ergebnis liefern die Systeme eine integrierte Reaktion auf die aktuelle Fahrsituation und sorgt dadurch für Fahrdynamik und Stabilität.

    Die Dreikammer-Luftfederung des Taycan bietet ein vielfältiges Spektrum an Federraten. Damit lässt sich das Fahrwerk auf eine niedrige Grundfederrate einstellen und damit komfortabler gestalten. Wenn gefordert, passt der Taycan die Federrate elektronisch an - zum Beispiel beim Beschleunigen und Bremsen.

    Die aktive Wankstabilisierung, Porsche Dynamic Chassis Control Sport (PDCC Sport), arbeitet mit elektromechanischen Stabilisatoren. Bei Bedarf reagiert das System in nur 200 Millisekunden, um die Stabilisatoren zu versteifen und die Karosserie am Wanken zu hindern. Ein Vorteil der sich daraus ergibt, ist der geringere Energieverbrauch des Systems, der für ein Elektrofahrzeug besonders wichtig ist und dadurch für mehr Reichweite sorgen kann.

    Optional ist eine Hinterachslenkung erhältlich (Serie im Taycan Turbo S). Bei niedrigen Geschwindigkeiten bis etwa 50 km/h lenken die Hinterräder gegenläufig zu den Vorderrädern. Der Lenkeinschlag ist abhängig von der Fahrgeschwindigkeit und beträgt maximal 2,8 Grad. Diese virtuelle Verkürzung des Radstandes führt zu einem dynamischeren Lenkverhalten bei Kurvenfahrten. Gleichzeitig wird das Manövrieren erleichtert, da sich der Wendekreis um rund 60 Zentimeter auf 11,2 Meter verringert hat. Darüber hinaus verfügt der Taycan mit Hinterachslenkung über die Servolenkung Plus, die bei niedrigen Geschwindigkeiten eine stärkere Lenkunterstützung bietet.

    Ab einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h lenken die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderachse, ebenfalls in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit. Der Radstand wird dadurch virtuell verlängert und erhöht so die Stabilität, zum Beispiel beim Spurwechsel auf der Autobahn.


    PREIS
    Der Taycan Turbo ist kein Schnäppchen und fängt bei mindestens 152.000 € an. Nach oben ist selbstverständlich noch viel Luft, so sind Konfigurationen vom Taycan Turbo S mit bis zu 300.000 € durchaus keine Seltenheit.


    Produktion
    Nicht nur der Taycan als Auto ist etwas Besonderes. Auch die neu für den Taycan gebaute Produktionshalle in Zuffenhausen legt Maßstäbe an den Tag. Die Einführung des Taycan schafft 1.200 neue Arbeitsplätze im Werk Zuffenhausen. Das Ziel von Porsche für die Montage des Taycan ist es, ein Team mit einer gesunden Mischung aus erfahrenen und neuen Mitarbeitern zu bilden. Bei der Entwicklung startete eine groß angelegte Schulungsinitiative auf einem speziell geschaffenen Gelände des Schulungszentrums in Zuffenhausen. Eine digitale Lernplattform, die über 1.400 Schulungseinheiten zu Fragen der digitalen Transformation enthält und es Mitarbeitern dadurch ermöglicht, unabhängig und nach ihren Bedürfnissen zu lernen, ist für die gesamte Belegschaft verfügbar.

    Ein Video wie der Taycan in Zuffenhausen montiert wird, gibt es hier:




    Fazit:
    Der Taycan ist ein vollelektrisches Sportfahrzeug der Spitzenklasse und bietet selbst auf Langstrecken Komfort und eine ausgeklügelte Batteriestrategie um ausgeruht und pünktlich am Ziel anzukommen. Ob der Taycan Porsche und Sportwagenfans der alten Schule überzeugt ist schwer zu sagen, aber das ist vermutlich auch gar nicht unbedingt seine Zielklasse. Definitiv wird jeder, der den Taycan fährt, erfahren und verstehen, welche Möglichkeiten die Elektromobilität bietet – und vor allem, wieviel Spaß sie macht!

    Wir schließen den Test mit den Eröffnungsworten der Taycan Weltpremiere von Oliver Blume ab, denen wir nur voll und ganz zustimmen können:
    "Der Taycan verbindet unser Erbe mit der Zukunft. Er setzt die Erfolgsgeschichte unserer Marke fort - eine Marke, die seit mehr als 70 Jahren Menschen auf der ganzen Welt fasziniert und begeistert. Dieser Tag markiert den Beginn einer neuen Ära."
    Zuletzt geändert von Florida; 18.12.2020, 22:36.

    • automensch
      #5
      automensch kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Super Review, würde den Turbo auch gerne mal fahren.

    • Dicko
      #6
      Dicko kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Cooler Artikel, liest sich sehr interessant! Das Auto trägt sicher seinen Teil dazu bei Grüße!

    • BossMan
      #7
      BossMan kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      TOP, danke für den Bericht und Hammer Auto!

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